Konfiguration
Die Konfiguration einer Agent-Version ist in folgende Tabs unterteilt:
Grundeinstellungen
In den Grundeinstellungen werden die Basisinformationen und das Kernverhalten des Agents definiert.
Allgemein
- Versionsname: Der Name dieser Version, der in der Agentenliste angezeigt wird.
- Status: Der Status der Version (Entwurf, Aktiv, Inaktiv).
- Systemsprache(n): Die bevorzugten Sprachen des Agents. Der Agent versucht, in einer dieser Sprachen zu antworten, basierend auf der Sprache des Benutzers. Verfügbare Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Rumänisch, Ungarisch, Schwedisch.
Systemnachrichten
Die Systemnachrichten steuern das gesamte Verhalten des Agents. Änderungen in diesem Bereich können die Funktionsweise des Agents erheblich beeinflussen.
- Rolle und Ziel: Definiert den Zweck des Agents und stellt sicher, dass er hilfreich, relevant und auf die Bedürfnisse der Benutzer ausgerichtet bleibt.
- Antwortverhalten und Format (optional): Definiert Ton, Stil und Antwortstruktur, um Klarheit, Konsistenz und Übereinstimmung mit den Erwartungen der Benutzer zu gewährleisten.
- Einschränkungen und Limitierungen (optional): Definiert Grenzen für die Antworten des Agents und hilft, Spekulationen, Fehlinformationen und schädliche Inhalte zu vermeiden.
- Sicherheit und Bias (optional): Hilft, den Agent zu weniger voreingenommenen, schädlichen oder unethischen Inhalten und zu verantwortungsvolleren und faireren Interaktionen zu leiten.
Systemnachrichten können Few-Shot-Beispiele enthalten: Integrieren Sie Beispiel-Dialoge direkt in die Rolle oder Systemnachricht, um das Verhalten des Agents weiter zu schärfen — z. B. gewünschte Antwortformate oder Reaktionen auf bestimmte Fragetypen.
Für mehrsprachige Agents ist keine separate Konfiguration pro Sprache nötig. Der Agent antwortet in der Sprache der Benutzeranfrage, sofern diese unter Systemsprache(n) aktiviert ist — die Systemnachrichten selbst müssen dafür nicht mehrsprachig gepflegt werden.
Datenquellen
Im Tab Datenquellen werden die verfügbaren Quellen des Agents konfiguriert. Alle hier aktivierten Quellen stehen anschließend im Flow zur Verwendung in Tool Nodes zur Verfügung.
Es gibt vier Typen von Datenquellen:
Standard-Tools
Integrierte Tools wie die Websuche, die der Agent zur Ergänzung seiner Antworten nutzen kann. Standard-Tools sind vordefiniert und können derzeit nicht kundenspezifisch erweitert werden.
Für kundenspezifische Logik (z. B. Anbindung eigener APIs oder Fachsysteme) wird empfohlen, eine MCP-Verbindung über eine MCP-fähige Middleware einzurichten.
Für die Websuche wird der externe Dienst Tavily verwendet. Im Zuge einer Suche können möglicherweise personenbezogene Daten übertragen werden.
Gepflegtes Wissen
Zugriff auf im AI Hub verwaltete Wissenssammlungen. Weitere Informationen unter Gepflegtes Wissen.
Verknüpftes Wissen
Zugriff auf synchronisierte externe Wissensquellen. Weitere Informationen unter Verknüpftes Wissen.
MCP-Verbindungen
Zugriff auf über das Model Context Protocol (MCP) angebundene Tools und Datenquellen. Weitere Informationen unter MCP-Verbindungen.
Einstellungen pro Datenquelle
Jeder der vier Bereiche listet die verfügbaren Quellen als Tabelle mit den Spalten Titel, Anweisung und Aktiv — bei MCP-Verbindungen entfällt die Spalte Anweisung. Zwei Interaktionen führen zu den Einstellungen:
- Aktivieren und deaktivieren: Ein Klick auf das Symbol in der Spalte Aktiv schaltet die Quelle um — grün bedeutet aktiv, rot inaktiv. Nur aktive Quellen stehen im Flow in Tool Nodes zur Verfügung.
- Einstellungen öffnen: Über das Stift-Symbol am Zeilenende öffnet sich der Dialog Datenquelle bearbeiten.
Im Dialog können — je nach Art der Quelle — folgende Einstellungen angepasst werden:
- Status: Aktiv oder Inaktiv (identisch mit der Spalte Aktiv in der Tabelle).
- Anweisung: Spezifische Anweisung, wie diese Datenquelle verwendet werden soll. Bei MCP-Verbindungen entfällt dieses Feld.
- Anzahl abgerufener Dokumente: Maximale Anzahl der abgerufenen Dokumente (bei Wissensquellen).
- Suchtiefe: Basis, Erweitert oder Automatisch (bei Web-Tools).
- Node Updates senden: Aktiviert Echtzeit-Statusanzeigen bei der Verwendung dieser Quelle.
Flow
Im Tab Flow wird der Agentic Workflow definiert. Über einen visuellen Editor werden Nodes per Drag-and-Drop platziert und miteinander verbunden, um den Verarbeitungspfad einer Benutzeranfrage zu gestalten.
Eine vollständige Beschreibung aller verfügbaren Nodes finden Sie unter Flow.
Benutzeroberfläche
Im Tab Benutzeroberfläche wird das Erscheinungsbild und die Interaktionsmöglichkeiten des Agents konfiguriert.
Allgemein
- Temporärer Chat aktivieren: Ermöglicht eine separate Option für temporäre Chats, bei denen Konversationen nicht gespeichert werden, Feedback-Funktionen deaktiviert sind und Chats nicht für spätere Überprüfung verfügbar sind.
Initiale Benutzerinteraktion
- Nachricht: Die Begrüßungsnachricht, die zu Beginn eines neuen Chats angezeigt wird.
- Vorschläge (optional): Vorschläge erscheinen vor der ersten Benutzereingabe und helfen häufige Anwendungsfälle abzudecken. Jeder Vorschlag besteht aus:
- Titel: Wird im Chat angezeigt.
- Prompt: Wird als Eingabe verwendet, wenn der Vorschlag angeklickt wird.
- Beschreibung: Zusätzliche Erklärung des Vorschlags.
Eingabe
- Platzhaltertext: Der Text, der im Eingabefeld angezeigt wird, bevor der Benutzer tippt.
- Zeichenlimit: Maximale Anzahl an Zeichen, die ein Benutzer eingeben kann. Die Begrenzung der Eingabelänge hilft, den Token-Verbrauch und damit die Verarbeitungskosten zu reduzieren. Standard: 10.000 Zeichen.
- Sprache-zu-Text: Ermöglicht die Eingabe per Sprache.
- Aus: Deaktiviert.
- KI-basiert: Bessere Qualität und privat, erfordert ein konfiguriertes Speech-to-Text-Modell.
- Browser-basiert: Schneller und günstiger, aber nicht privat und nicht in jedem Browser verfügbar.
- Dateieingabe aktivieren: Ermöglicht Benutzern das Hochladen von Dateien im Chat, die als Kontext für den Agent verwendet werden können.
Statusanzeige
- Node Updates aktivieren: Zeigt Echtzeit-Updates im Chat an, während der Agent längere Anfragen verarbeitet. Nützlich bei Flows mit Tools oder längerer Verarbeitungsdauer.
- Node-Update-Modus (wenn Node Updates aktiviert):
- Basis: Zeigt immer das letzte Update an.
- Debug: Eine strukturierte Übersicht aller Updates.
Aktivieren Sie Node Updates überall, wo der Agent Tools oder Wissensquellen abfragt. Ohne sie sieht der Benutzer bei einer Anfrage, die mehrere Sekunden braucht, nur einen unspezifischen Ladeindikator und kann nicht unterscheiden, ob der Agent noch arbeitet oder hängen geblieben ist. Mit aktivierten Updates verfolgt er stattdessen den tatsächlichen Fortschritt — das reduziert Abbrüche und doppelt abgesendete Fragen deutlich.
Der Modus Debug ist für die Fehlersuche gedacht und sollte im Produktivbetrieb nicht aktiv sein.
Feedback & Kommunikation
- Feedback aktivieren: Ermöglicht Benutzern, Feedback zu den Antworten des Agents zu geben (Daumen hoch/runter).
- Feedback-Hinweistext (wenn Feedback aktiviert): Hinweis, der Benutzern beim Einreichen von Feedback angezeigt wird und darüber informiert, dass das Feedback von Administratoren eingesehen werden kann.
- Feedback-E-Mails (wenn Feedback aktiviert): E-Mail-Adressen, die Benachrichtigungen über Benutzerfeedback erhalten. Mehrere Adressen werden durch Kommas getrennt.
Compliance
Im Tab Compliance werden rechtliche Hinweise und Regeln für die Anzeige von Erklärungstexten konfiguriert.
Rechtliches
- Haftungsausschluss-Text: Der Hinweistext, der vor der Nutzung des Agents angezeigt wird.
- Footer-Haftungsausschluss-Text: Der Hinweistext am unteren Rand des Agent-Fensters.
Regeln für Erklärungstexte (Disclaimer Rules)
Disclaimer Rules definieren Regeln, wann zusätzliche Erklärungstexte basierend auf den Ein- oder Ausgaben des Agents angezeigt werden sollen. Mehrere Regeln können gleichzeitig greifen (additiv). Die Hinweise werden nach der Antwort des Agents angezeigt.
Regeln werden in Listen von Hinweisregeln organisiert. Eine Liste enthält jeweils mehrere Regeln. Für jede Regel wird konfiguriert:
- Regex für Hinweis: Ein regulärer Ausdruck, der mit der Eingabe oder Ausgabe abgeglichen wird.
- Hinweistext: Der Text, der am Ende der Chat-Antwort angezeigt wird, wenn das Muster zutrifft.
Beispiel: Ein Agent soll Preise nennen dürfen, aber nie ohne Vorbehalt. Eine Regel mit dem Muster (?i)(preis|preise|kosten|€|EUR) und dem Hinweistext „Alle genannten Preise sind unverbindlich. Verbindliche Auskunft erhalten Sie über Ihre Ansprechperson im Vertrieb." ergänzt jede Antwort mit Preisbezug automatisch um diesen Hinweis — ohne dass die Systemnachricht des Agents darauf eingehen muss.
Weitere typische Fälle sind Hinweise bei Fragen zu Lieferzeiten, zu rechtlichen Themen oder zu Gesundheitsthemen.
Halten Sie die Muster bewusst weit und den Hinweistext kurz. Trifft eine Regel versehentlich zu, ist ein zusätzlicher Hinweis das kleinere Problem — fehlt er, wo er nötig gewesen wäre, ist es das größere.
Qualität
Im Tab Qualität werden die Evaluierungseinstellungen und das Fehlermanagement des Agents konfiguriert.
Qualitätssicherung
- Evaluierungsanweisungen: Definiert den Systemprompt für den Evaluator, der festlegt, nach welchen Kriterien die Antworten des Agents bei automatisierten Evaluierungsläufen bewertet werden.
Fehlermanagement
- Fallback-Nachricht für verbotene Begriffe: Die Nachricht, die angezeigt wird, wenn eine Antwort des Agents aufgrund verbotener Begriffe blockiert wird. Dieser Text ersetzt die ursprüngliche Antwort.
Datenschutz
Im Tab Datenschutz werden Einstellungen zur Anonymisierung und zum Schutz personenbezogener Daten konfiguriert.
Chat-Verwaltung
- Admin-Chat-Zugriff aktivieren: Ermöglicht Administratoren, die Details einer Konversation in den Chat-Protokollen einzusehen, einschließlich Teilnehmer und Nachrichten. Unabhängig von dieser Einstellung behalten Administratoren den Zugriff für Moderations- und Verwaltungszwecke.
Anonymisierung
- Anonymisierung aktivieren: Wenn aktiviert, werden alle Konversationen dieser Version 24 Stunden nach Erstellung anonymisiert.
- Anonymisierungs-Anweisungen (wenn Anonymisierung aktiviert): Detaillierte Anweisungen für die KI, wie die Anonymisierung durchzuführen ist — welche Daten geschützt und welche Informationen beibehalten werden sollen.
Admin-Funktionen
- Benutzernamen verbergen: Verbirgt Benutzernamen in den Chat-Protokollen, um die Privatsphäre zu schützen und sicherzustellen, dass persönliche Identifikatoren für Administratoren nicht sichtbar sind.
Sicherheit
Im Tab Sicherheit werden Mechanismen zum Schutz vor unerwünschten Ausgaben und zur Verhinderung von Systemprompt-Leaks konfiguriert.
Verbotene Begriffe (Output Guard)
Der Output Guard prüft die generierten Antworten des Agents auf verbotene Begriffe. Wird ein verbotener Begriff erkannt, wird die Antwort unterdrückt und die im Tab Qualität konfigurierte Fallback-Nachricht angezeigt.
- Embeddings-Prüfung aktivieren: Aktiviert erweiterte Ähnlichkeitsprüfungen gegen verbotene Begriffe in der Ausgabe des Agents. Diese Prüfung erkennt auch semantisch ähnliche Formulierungen, nicht nur exakte Übereinstimmungen. Die Aktivierung kann die Performance beeinträchtigen.
- Begriffslisten: Liste der verbotenen Begriffe mit jeweiligem Ähnlichkeitsschwellenwert (in Prozent), der festlegt, ab welcher Übereinstimmung der Begriff als erkannt gilt.
Die hier konfigurierten Begriffslisten schützen die Ausgabe des Agents. Für den Schutz der Eingabe kann die Input Guard Node im Flow verwendet werden.
Systemprompt-Schutz
- Systemprompt-Leakage-Prüfung aktivieren: Prüft die Ausgabe des Agents auf Inhalte aus den definierten Systemprompts. Wird eine Übereinstimmung gefunden, wird die Generierung abgebrochen, um ein Leaken des Systemprompts zu verhindern.
- Schwellenwert (wenn aktiviert): Bestimmt, wie streng die Prüfung ist (0 = perfekte Übereinstimmung erforderlich, 1 = erkennt jede Ähnlichkeit). Standard: 0,3.
Client-Kontext
- Client-Kontext zulassen (Standard: aus): Legt fest, ob der Agent Kontextdaten der einbindenden Host-Applikation empfangen darf – etwa die Seite, die der Nutzer gerade betrachtet, oder den aktiven Scope. Ist die Option aktiviert, wird der vom Host gelieferte Kontext als nicht vertrauenswürdige Daten in den Prompt eingebettet (klar abgegrenzt und mit dem Hinweis, keine darin enthaltenen Anweisungen zu befolgen).
Der Client-Kontext ist ein potenzieller Angriffsvektor für Prompt-Injection. Aktivieren Sie die Option nur für vertrauenswürdige Host-Integrationen. Ist sie deaktiviert, wird jeder vom Host gesendete Kontext still ignoriert (keine Fehlermeldung).
Verbotene Begriffe verwalten (Prohibited Terms)
Die Begriffslisten, die im Output Guard und in der Input Guard Node verwendet werden, werden hier im Tab Sicherheit verwaltet. Jede Liste besteht aus einzelnen Begriffen mit einem individuellen Ähnlichkeitsschwellenwert.
Die Tabelle der Listen verhält sich wie die der Datenquellen: Ein Klick auf das Symbol in der Spalte Aktiv schaltet eine Liste um (grün aktiv, rot inaktiv), das Stift-Symbol am Zeilenende öffnet sie zum Bearbeiten. Mehrere Listen können gleichzeitig aktiv sein — sie greifen dann alle.
Begriffsliste erstellen:
- Name: Bezeichnung der Liste (z. B. „Vertrauliche Begriffe", „Wettbewerber").
- Beschreibung (optional): Erklärung zum Zweck der Liste.
Begriff hinzufügen:
- Begriff: Der unerwünschte Text.
- Ähnlichkeitsschwellenwert (%): Legt fest, ab welcher semantischen Übereinstimmung der Begriff als erkannt gilt.
Begriffslisten können in mehreren Kontexten wiederverwendet werden — sowohl im Output Guard (Tab Sicherheit) als auch in Input Guard Nodes im Flow.